B i o g r a f i e

Am 3. Mai 1867 wird Gregers Christian Nissen in Soholm in Nordfriesland geboren.

 

Nissens Eltern Maria und Nis Gregers sterben 1868 und 1873 an Tuberkolose. Der Lehrer und Organist Hans Carl Carstensen nimmt den Waisenknaben in seiner Familie in Leck auf. Nissen erlernt dort das Klavierspiel und taucht ein in die Welt der Musik.

 

"Man" beschließt, dass Nissen wie sein Ziehvater Carstensen Lehrer wird. Von 1884 bis 1885 ist Nissen als Hilfslehrer in Norderfahrenstedt tätig. Von 1887 bis 1890 wird er am Evangelischen Lehrer Seminar in Eckernförde ausgebildet. Dort erhält besonders gute Note in den musikalischen Fächern und im Sport.

 

1887 gründet Nissen mit Gleichgesinnten den "Eckernförder Radfahrerverein von 1887", der heute noch als RG Eckernförde existiert.

 

Im Dezember 1889 schreibt Nissen an das Schulamt in Altona und bittet um Berücksichtigung bei der Vergabe einer Stelle als Volksschullehrer. Nissen wird eingestellt und arbeitet seit dem Frühjahr 1890 als Klassenlehrer in der Volksschule in der Bernstorffstraße (damals  Adolphstraße).

 

1890 heiraten Johanna Carstensen, die Tochter des Ziehvaters aus Leck, und Nissen in Altona. Das Paar bringt acht Söhne zu Welt, zwei weitere Kinder sterben früh.

 

1890 wird Nissen in den Vorstand des ruhmreichen Altonaer Bicycle-Clubs von 1869/80 (ABC) berufen. Ein wichtiger Grund für den Umzug nach Altona war der Wunsch, bei dem ältesten deutschen Radfahrerverein mitzuwirken. Der ABC hatte sich am 17. April als "Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club" gegründet und 1881 den neuen Namen erhalten.

 

Nissen organisiert als "Gaufahrwart" des Hamburger Landesverbandes im Mai 1892 die "Huldigungsfahrt" mit 1200 Radfahrern aus ganz Deutschland zu Fürst Bismarck nach Friedrichsruh. Die bürgerlichen Radfahrvereine erweisen damit 1890 in den Ruhestand gegangenen  "Eisen Kanzler" die Ehre und bezeugen ihre nationale Gesinnung.

 

1897 veröffentlicht Nissen "Von Hamburg auf dem Rade nordwärts", einen literarisch ausgeschmückten Radreiseführer mit zwei Touren jeweils nach Nordfriesland und Kopenhagen. 

 

1903 wird Nissen in den Bundesvorstand des Deutschen Radfahrer-Bundes berufen und bekleidet fortan das Amt des "Bundesfahrwarts für das Wanderfahren.

 

Zwischen 1903 und 1914 nimmt Nissen regelmäßig an internationalen touristischen Kongressen teil und diskutiert dort die Verbesserung von Radwegen und Wegweisern.

 

Im August 1914 ruft Nissen junge Männer dazu auf, Mitglied in "Freiwilligen Radfahrer-Kompagnien" zu werden. Er will damit, wie auch mit erbauenenden Vortrag seinen Beitrag an der "Heimatfront" erbringen.

 

1922 erscheint  Nissens Hauptwerk "Das Wanderfahren auf dem Rade", in dem er viele praktische Tipps für das Radreisen gibt . 

 

In den Jahren 1924 bis 1930 organisiert Nissen mehrere Wanderfahrten von Jugendlichen und Senioren ("Alte-Herren-Fahrten"). Die Ziele sind u.a. der Rhein und Ostpreußen.

 

Im Jahr 1927 unterstützt Nissen maßgebliche die reichsweite und von der Fahrardindustrie unterstützte Kampagnie "Schafft Radfahrwege in Stadt und Land".

 

1928 reist Nissen per Dampfschiff nach Malaga und macht eine fünfwöchige Radreise durch Andalusien, worüber er den Bericht "FErn im Süd, das schöne Spanien" verfasst. 

 

1933 tritt Nissen als Vizepräsident des BDR zurück. Im September wird der BDR aufgelöst und der von den Nationalsozialisten "gleichgeschaltete" "Deutsche Radfahrer-Verband" geschaffen-

 

1935 übernimmt Nissen auf Drängen die "Gauführung" Hamburg des "Deutschen Radfahrer-Verbandes"

 

1936 organisiert er die "Meisterschaft der Zeitungsfahrer", die bei ihrem Rennen drei Mal die Alster umrunden müssen.

 

1938 wird Nissen mit einem "Ehrenabend" aus dem aktiven Verbandsleben verabschiedet.

 

Am 20. Juni 1942 stirbt Gregers Nissen im Alter von 75 Jahren in Altona.